Mainz

Johannes Gutenberg

  Johannes Gutenberg
Foto: Fine Art Images/Heritage Images/Getty Images
Der deutsche Erfinder Johannes Gutenberg entwickelte eine Methode der beweglichen Lettern und verwendete sie, um eines der ersten großen gedruckten Bücher der westlichen Welt zu erstellen, die „Forty-Two-Line“-Bibel.

Wer war Johannes Gutenberg?

Johannes Gutenberg begann 1438 mit dem Drucken zu experimentieren. 1450 erhielt Gutenberg Unterstützung vom Finanzier Johann Fust, dessen Ungeduld und andere Faktoren einige Jahre später dazu führten, dass Gutenberg seine Niederlassung an Fust verlor. Gutenbergs Meisterwerk und das erste Buch, das jemals in Europa mit beweglichen Lettern gedruckt wurde, ist die „Forty-Two-Line“-Bibel, die nicht später als 1455 fertiggestellt wurde.



Frühzeitig Leben

Johannes Gutenberg, der um 1395 in Mainz in eine bescheidene Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde, hatte als Erfinder und Drucker einen großen Einfluss auf die Kommunikation und das Lernen weltweit. Er war der dritte Sohn von Freile zum Gensfleisch und seiner zweiten Frau Else Wirick zum Gutenberg, deren Mädchenname Johann später annahm. Es gibt nur wenige Aufzeichnungen über dieses frühe Leben, aber lokale Aufzeichnungen weisen darauf hin, dass er eine Lehre als Goldschmied absolvierte, während er in Mainz lebte.

Experimente im Drucken

Als 1428 in Mainz ein Handwerkeraufstand gegen die Adelsklasse ausbrach, wurde Gutenbergs Familie ins Exil geschickt und ließ sich im heutigen Straßburg, Frankreich, nieder, wo seine Experimente mit dem Drucken begannen. Gutenberg war bereits mit Buchmachern vertraut und perfektionierte kleine Metalllettern. Unendlich praktischer als das Schnitzen kompletter Holzblöcke zum Drucken, war jeder Typ ein einzelner Buchstabe oder ein Zeichen. Bewegliche Lettern wurden in Asien schon vor Hunderten von Jahren verwendet, aber Gutenbergs Innovation bestand in der Entwicklung eines Gießsystems und von Metalllegierungen, die die Produktion vereinfachten.





Finanzielle Probleme

1448 zog Gutenberg zurück nach Mainz und betrieb 1450 eine Druckerei. Er hatte 800 Gulden vom örtlichen Finanzier Johann Fust geliehen, um spezifische Werkzeuge und Geräte zu kaufen, die für seine einzigartige Typografiemethode benötigt wurden. Im Dezember 1452 war Gutenberg hoch verschuldet und nicht in der Lage, Fusts Darlehen zu bezahlen. Eine neue Vereinbarung wurde ausgearbeitet, die Fust zum Partner im Geschäft von Gutenberg machte. 1455 war Gutenberg jedoch immer noch nicht in der Lage, die Schulden zu bezahlen, und Fust klagte. Die Gerichtsakten sind lückenhaft, aber Gelehrte glauben, dass Gutenberg während des Prozesses sein Meisterwerk drucken konnte, die 'Forty-Two-Line'-Bibel, die heute als Gutenberg-Bibel bekannt ist.

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Fust gewann schließlich die Klage und übernahm den größten Teil von Gutenbergs Druckgeschäft, einschließlich der Produktion seiner Bibeln. Peter Schoeffer, der Schwiegersohn von Fust, der während des Prozesses gegen ihn ausgesagt hatte, stieg nun als Teilhaber in Fust ein. Neben der Bibel war Gutenbergs andere große Errungenschaft der Psalter (das Buch der Psalmen), das Fust im Rahmen der Siedlung ebenfalls gegeben wurde. Der Psalter ist mit Hunderten von zweifarbigen Anfangsbuchstaben und zarten Schnörkelrändern verziert, wobei ein ausgeklügeltes Verfahren verwendet wird, das auf mehrfachem Einfärben eines einzigen Metallblocks basiert. Der Psalter war das erste Buch, das den Namen seiner Drucker Fust und Schoffer enthielt, aber Historiker glauben, dass keiner von beiden allein eine so ausgeklügelte Methode hätte entwickeln können und dass Gutenberg für das Paar in dem Geschäft gearbeitet haben muss, das er einst besaß.



Später Leben und Tod

1462 wurde Mainz von Erzbischof Adolph II. im Streit um die Herrschaft über die Stadt geplündert und die Druckereien von Fust und Gutenberg zerstört. Viele der Typografen der Stadt flohen mit ihren Techniken und Technologien in andere Teile Deutschlands und Europas. Gutenberg blieb in Mainz, geriet aber erneut in Armut. Der Erzbischof verlieh ihm 1465 den Titel eines Hofmanns, der ein Gehalt und Privilegien für geleistete Dienste vorsah. Gutenberg setzte seine Drucktätigkeit noch einige Jahre fort, aber es gibt nur wenige Beweise dafür, was er tatsächlich veröffentlicht hat, da er seinen Namen auf keinen seiner Drucke gesetzt hat.

Aufzeichnungen über Gutenbergs spätere Jahre sind so lückenhaft wie sein frühes Leben. Noch in Mainz lebend soll er in den letzten Monaten seines Lebens erblindet sein. Er starb am 3. Februar 1468 und wurde in der Kirche des Franziskanerklosters in der nahe gelegenen Stadt Eltville, Deutschland, beigesetzt.